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INHALT

Ausgabe Februar
Heft 02/1998
Leider vergriffen!
Die Revolution von 1848/49
In den Stimmungsberichten der Metternichschen Geheimpolizei häuften sich Anfang 1848 die Prognosen von einer gewaltsamen Revolution. Als diese dann im Februar/März ausbrach, war es eine für alle Bevölkerungsschichten erschütternde Erfahrung. Ungeheure gesellschaftliche Energien wurden freigesetzt, die sich fortan nicht mehr unterdrücken ließen. Die... mehr
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Wolfram Siemann
Abwehr der Moderne – Aufbruch zur Freiheit
Die Revolution von 1848/49
Die in dieser PRAXIS GESCHICHTEAusgabe
vorgestellten Beiträge und Unterrichtsmaterialien werfen lebhafte, erhellende Schlaglichter auf ein vielgestaltiges Revolutionspanorama. Trotzdem
ist eine Auswahl unvermeidlich bruchstückhaft, aber es ist viel gewonnen, wenn diese Auswahl
sowohl Bekanntes in Erinnerung ruft als auch für Neues die Aufmerksamkeit schärft.
Bernd Fischer
„Wehe! Wehe! steht der Bauer auf!“
Die Agrarrevolution 1848 im deutschen Südwesten
Gemessen an ihren Zielen ist die Revolution von 1848/49 gescheitert. Um so bedeutsamer sind die Ergebnisse der erfolgreichen Agrarrevolution: Die Regierungen ließen auch nach 1849 die Gesetze zur Aufhebung der Feudallasten bestehen. Die Agrarunruhen haben die bereits seit mehreren Jahrzehnten im Gang befindliche Entfeudalisierung
beschleunigt und zum Modernisierungsprozeß
beigetragen.
Kai Buschmann
„Gerechtigkeit erfleht kein Ehrenmann“
Arbeiter und Handwerker in der Revolution von 1848/49
Es ist nicht selbstverständlich, Arbeiter und Handwerker als Trägergruppen der Revolution
von 1848/49 in einem Artikel gemeinsam zu behandeln. Häufig wird in der Literatur auf die rückwärtsgewandte, am alten Zunftideal orientierte
gesellschaftspolitische Haltung der Handwerker verwiesen und diese mit der revolutionären,
am marktwirtschaftlichen Puls der Zeit sich bewegenden, teils sogar systemkritischen
Auffassung der Arbeiterschaft kontrastiert.
Doch diese Gegenüberstellung ist zu einfach.
Herbert Kraume
Die Monate der Freiheit
Politische Vereine in Baden 1848/49
„Kein Staat, der politische Vereine duldet, kann bestehen.“ So äußerte sich ein liberaler zeitgenössischer Beobachter der badischen
Märzrevolution. Über diese traditionelle Auffassung
ging die Entwicklung bald hinweg. Nach den Beschränkungen des Vormärz bewirkte die Revolution 1848/49 einen Entwicklungsschub
im politischen Vereinswesen. Dieser überdauerte
das Reaktionsjahrzehnt und nahm im Kern schon das Parteiensystem des Kaiserreichs und des frühen 20. Jahrhunderts vorweg. Die badischen Volksvereine formierten sich als demokratische
Massenbewegung. Auf dem Höhepunkt der Mairevolution 1849 übernahmen sie sogar die
Macht im Land.
Maria Würfel
Vom thronenden zum genarrten Michel
Die Revolution 1848/49 in zeitgenössischen Medien
Die Zeit des Vormärz und der Revolution 1848/49 wird gerne mit der (zweiten) Leserevolution
in Verbindung gebracht. Dieser Begriff fügt sich in die politisch bewegte erste Hälfte des 19. Jhs.
zwar gut ein, sollte aber doch erst für die Entstehung des lesenden Massenpublikums in der
zweiten Jahrhunderthälfte angewandt werden. Umwälzendes geschah vielmehr auf dem Medienmarkt. Vieles davon erscheint uns heute selbstverständlich, manches indessen äußerst ungewöhnlich. Einige Beispiele werden hier vorgestellt und zum Teil erstmals seit ihrem Erscheinen 1848/49 veröffentlicht.
Christof Rieber
Märzkämpfe in Berlin
Der Barrikadenmythos – ein gutes Geschäft
Was geschehen war, wurde von den Zeitgenossen als außerordentlich empfunden: die Bewohner der Hauptstadt des Militärstaats Preußen hatten sich gegen ihre Obrigkeit erhoben und nach blutigen Kämpfen den Sieg davongetragen. Entsprechend
groß war in der Folgezeit die Verbreitung von bildlichen Darstellungen und Augenzeugenberichten
über die Barrikadenkämpfe vom 18./19. März 1848 in Berlin. In der Druckgraphik hatte der Barrikadenmythos bis zur Wende der Berliner Revolution Mitte Juni 1848 Konjunktur.
Ingo Springmann
Zwischen Schulbank und Barrikaden
Lehrer und Schüler in der Revolution von 1848/49
Lehrer fielen aus ihrer traditionellen Rolle als brave Staatsdiener und kämpften mit der Feder oder bewaffnet für die Revolution. Vor allem in Baden
sah die Obrigkeit in hunderten von Volkserziehern gefährliche Demagogen, die es zu verhaften und auszuschalten galt. Schüler wurden zu Betroffenen, nicht nur weil Unterricht ausfiel: Sie waren willkommene Helfer beim Bleigießen oder wurden
zwangsweise von den Revolutionären rekrutiert.
Roland Obenland
Rastatt 1848/49
Anfangs- und Endpunkt des badischen Aufstands
Rastatt spielte in der Endphase der Revolution von 1848/49 eine besondere Rolle. Im Frühjahr 1849 kämpften dort erstmals in der neueren deutschen
Geschichte reguläre Soldaten mit der Waffe in der Hand für freiheitliche Verfassungen in Baden und im Deutschen Reich. Zunächst vereinzelt, danach
vereint haben sie das Demokratische als Bewegung breiter Volksschichten gegen eine nicht mehr
respektierte Obrigkeit mit „Zähnen und Klauen“ verteidigt.
Ralph Erbar
Eine unerbittliche Geißel
Parlamentarier und Kaiserwahl im Spiegel der Karikatur
Als die Märzrevolution 1848 die strengen Zensurbestimmungen der Karlsbader Beschlüsse beseitigte und die Pressefreiheit in Wort und Bild wiederherstellte, erlebte ein Kampfmittel seine
Renaissance, das den Bajonetten an Schärfe in nichts nachstand: die politische Bildsatire. „Mit unerbittlicher Geißel“, so der Frankfurter Verleger
Umpfenbach im Oktober 1848, verfolge die Karikatur „Lächerlichkeiten und Thorheiten der
handelnden Personen auf der Schaubühne des Tages, sie deckt die Blößen auf, welche die
öffentlichen Blätter oft kaum andeuten.“
Christian Jansen
Besiegte Revolutionäre mit dem Blick nach vorn
Jacoby und Bamberger zwischen Revolution und Reichsgründung
Zwei Führungsfiguren stehen im Mittelpunkt: Johann Jacoby, seit dem Vormärz in Preußen ein
Vorkämpfer der Forderung nach Verfassung, Freiheitsgarantien und Rechtsstaatlichkeit setzte
zeitlebens auf die Mittel des „gesetzlichen Widerstands“. Ludwig Bamberger, ein Heißsporn,
ging einen anderen, für die jüngeren „48er“ typischen Weg und war an den außerparlamentarischen Aktivitäten bis zum Aufstandsversuch im Frühjahr 1849 führend beteiligt. Im Exil entwickelte er sich zum
Nationalliberalen, der seit 1866 mit Bismarck zu kooperieren versuchte, während Jacoby in einer grundsätzlich oppositionellen Haltung verharrte.
Karin Schambach
„1848 – Aufbruch zur Freiheit“
Die Allegorie der Germania in der Revolutionsausstellung in Frankfurt am Main
Ausstellungsbericht. Beginn der Ausstellung „1848 – Aufbruch zur Freiheit“: 18. Mai 1998. Zeugnisse aus ganz Europa beleuchten das Revolutionsgeschehen und das Weiterleben der Ziele und Ideale im politischen Denken nach 1848/49.
Im Spiegel der Medien
Literatur- und Filmrezensionen
Hinweise auf Veranstaltungen und Schulfunk/-fernsehsendungen
Beilage (Farbfolie): „Barrikadenkämpfe in Berlin 1848/49“
Rüdiger Hachtmann
Auf Spurensuche
„Für eine große und gute Idee gekämpft.“
Gedenken der am 18. März 1848 in Berlin gefallenen Barrikadenkämpfer
Gedenkfeiern und Traditionsbildungen können vielschichtig sein. Das gilt auch für die Berliner Märzrevolution: Es gab nicht nur gesellschaftliche
Kräfte wie Demokraten, Linksliberale oder Sozialdemokraten, die sich positiv auf die
Märzrevolution und die am 18. März 1848 erkämpften politischen Freiheiten bezogen,
und der gefallenen Barrikadenkämpfer an den Jahrestagen der Berliner Märzrevolution
gedachten. Wichtige gesellschaftliche Strömungen und Einrichtungen bezogen sich negativ auf den 18. März. Sie feierten die Niederlage der Revolution: das waren die Konservativen, die Krone und vor allem die Armee.
Alfred Georg Frei und Volker Steck
Geschichte vor Ort
„Wenn die Leute fragen, lebt der Hecker noch...“
Eine Landesausstellung in Karlsruhe zur Revolution 1848/49
Ausstellungsbericht. Beginn der Ausstellung „1848/49 – Revolution der deutschen Demokraten in Baden“: 28. Februar 1998. Übersicht über das revolutionäre Geschehen in Baden mit deutschen und europäischen Bezügen, im Mittelpunkt: Friedrich Hecker.