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INHALT

Ausgabe Juni
Heft 06/2002
Leider vergriffen!
Niedergang der Weimarer Republik
Die Endphase der Weimarer Republik: Von den „Erbitterungswahlen“ am 14. September 1930 bis zur Reichstagseröffnung in der Potsdamer Garnisonkirche am 21. März 1933 spannt sich der Bogen dieses Praxis Geschichte-Heftes, in dessen Zentrum das - je nach der Sicht des Betrachters – „lange“ oder „kurze“ Jahr 1932 steht. Noch regiert Hitler nicht und doc... mehr
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Martin Sabrow
Hoffnungsloses Ende oder verpasster Anfang?
Weimars Niedergang als didaktische Herausforderung
Das Jahr 1932 markiert im historischen Gedächtnis unserer Zeit vor allem einen Abschluss; es steht für die Endphase der Weimarer Republik und das Jahr, in dem die Krise der klassischen Moderne ihrem Kulminationspunkt zustrebte; es umschreibt die Zeit, in der sich endgültig der Untergang der ersten deutschen Demokratie entschied, der am 30. Januar 1933 mit der Übernahme des Kanzleramtes durch Adolf Hitler nur noch besiegelt wurde.
Klaus Fieberg
Wahlergebnisse in Weimar
Beispiele für methodenorientiertes Arbeiten mit Statistiken und Diagrammen
Die Arbeit mit Statistiken und Diagrammen stellt für den Geschichtsunterricht neben den jeweiligen inhaltlichen Aspekten eine wichtige Basis zur Erweiterung der Methodenkompetenz der Schülerinnen und Schüler dar. Am Beispiel der Ergebnisse der Reichstagswahlen während der Weimarer Republik sollen hier einige Visualisierungsmöglichkeiten vorgestellt werden. Zu fragen ist, inwieweit unterschiedliche Diagrammformen zu einem vertieften Verständnis historischer Zusammenhänge beitragen und darüber hinaus zu einem problem- und zugleich methodenorientierten Arbeiten führen können.
Jürgen Rettberg
Der Spagat der SPD
Die Partei zwischen Klassenkampf und Tolerierungspolitik
Nach den Reichstagswahlen im September 1930, in denen die NSDAP plötzlich zweitstärkste Partei geworden ist, war die SPD bereit, entgegen ihren politischen Überzeugungen eine Minderheitsregierung unter Brüning zu tolerieren. Damit waren Zugeständnisse an die bürgerlichen Parteien unumgänglich. Innerhalb der Partei führte folgerichtig die Tolerierung der Regierung Brüning zu heftigem Richtungsstreit. Wie tauglich war die Tolerierung zur Abwehr des Nationalsozialismus? Welche Chancen boten sich der SPD, bei weiteren Reichs- oder Landtagswahlen ihre Wähler zurückzugewinnen? Was lernen wir aus dem Verhalten der SPD?
Karlheinz Lipp
Der blockierte Nazi-Stopp
Die folgenlose Denkschrift von 1930
Der Aufstieg der NSDAP bis 1933 war aufhaltsam. Im Sommer 1930 kam eine Denkschrift des Preußischen Innenministeriums zu dem Ergebnis, dass die NSDAP eine staats- und republikfeindliche, hochverräterische Verbindung sei und daher verboten werden müsse. Warum und von wem wurde diese Denkschrift verfasst? Wie wurde argumentiert? Welches Schicksal erfuhr diese Denkschrift? Welche Lehren lassen sich aus der Denkschrift für unsere Gegenwart ziehen?
Dieter Gaedke, Kristina Hoff
„Schießt die roten Hunde nieder!“
Der Altonaer Blutsonntag (17. Juli 1932)
Der „Altonaer Blutsonntag“ zählt zu den wichtigsten innenpolitischen Ereignissen in der Endphase der Weimarer Republik. Ein „Werbemarsch“ der SA durch das „rote Altona“, von den Nationalsozialisten als Provokation gemeint und von den Kommunisten auch als solche aufgefasst, führte zu einer blutigen Straßenschlacht. Die bürgerkriegsähnliche Lage diente der Reichsregierung als Vorwand für ihren „Preußenschlag“. Der Unterrichtsansatz orientiert sich an Heinz Klippert zum eigenverantwortlichen Arbeiten und Lernen.
Elmar Wagener
„Hände weg von Preußen“
Der Preußenschlag
Die Schlagzeile des SPD-Parteiorgans „Vorwärts“ vom 20. Juli 1932 war ein vergeblicher Aufschrei. Die Absetzung der amtierenden Landesregierung war eine längst beschlossene Sache. Das Schreiben des Reichskanzlers Franz von Papen, das dem SPD-Ministerpräsidenten Otto von Braun um 11.00 Uhr in seiner Wohnung in Berlin-Zehlendorf von einem Bürobeamten der Reichskanzlei zugestellt wurde, enthielt nur einen Satz: „Nachdem der Herr Reichspräsident mich durch die Verordnung vom 20. Juli 1932 zum Reichskommissar für das Land Preußen bestellt hat, enthebe ich Sie Ihres Amtes als Preußischer Ministerpräsident.“
Elmar Wagener
Die Wahlen vom 5. März 1933
Eine Klausur unter Abiturbedingungen
Die Klausur hat ihren Ort in dem am 10. Februar 1933 eröffneten Wahlkampf der Wahlen vom 5. März 1933. In einem Wortbildensemble werden Auszüge aus einer Wahlkampfrede Franz von Papens mit zwei NSDAP-Wahlkampfplakaten verknüpft. Diese werden im Stil der niedersächsischen „Einheitlichen Prüfungsordnungen“ (EPA) mit Aufgaben versehen, die den drei Anforderungsbereichen Wiedergabe, Transfer und Urteilsbildung zugeordnet sind.
Reinhold Lütgemeier-Davin
"Hitler regiert (noch) nicht, aber er herrscht"
Diagnose, Prognose, Therapie radikaldemokratischer Publizisten
"In der Satire wird die Wirklichkeit als Mangel dem Ideal als höchste Realität gegenübergestellt."
Dieser Befund Friedrich Schillers ist Schülerinnen und Schülern gemeinhin aus dem Deutschunterricht bekannt. Im Geschichtsunterricht nimmt Satire bestenfalls einen marginalen Platz ein, obgleich das Mittel der Übertreibung gesellschaftliche Wirklichkeit besonders deutlich machen könnte. Hier folgt ein Vorschlag, wie Satirisches einen Platz im Geschichtsunterricht ab Klasse 10 finden könnte.
Elmar Wagener
Die Agonie der Republik
Bausteine für eine Unterrichtseinheit
Der Anfang vom Ende der Republik verbindet sich gemeinhin mit den so genannten „Erbitterungswahlen“ vom 14. September 1930, mit denen jene Zangenbewegung der radikalen Flügelparteien beginnt, die sich in den Land- und Reichstagswahlen bis 1932 fortsetzt.
Petra Schepers
Das hat Geschichte gemacht
Kuhle Wampe oder Wem gehört die Welt?
Beispiel für den proletarisch-revolutionären Film in Deutschland
Der Film im Geschichtsunterricht hat die Funktion, als originäre Quelle Erkenntnisse zu liefern über Ziele, Methoden und Wirkungen des Mediums als Massenkommunikationsmittel des 20. Jahrhunderts. Bertolt Brechts und Slatan Dudows Film „Kuhle Wampe“ kann als Beispiel gelten für den Versuch einer politischen Massenmobilisierung durch das Medium Film.
Klaus Fieberg
Das kanonische Bild
Der Händedruck am „Tag von Potsdam“
Ein Foto als Projektionsfläche
Am 21. März 1933 fand in der Garnisonkirche von Potsdam im Rahmen eines Staatsaktes die Eröffnung des am 5. März neu gewählten Reichstages statt. Ganz bewusst wurde nach dem Reichstagsbrand Potsdam als Traditionsort preußischer Geschichte für die feierliche Konstituierung ausgewählt. Der eine Woche zuvor zum Propagandaminister ernannte Joseph Goebbels inszenierte den „Tag von Potsdam“ als symbolische Verbindung „vom alten und neuen Deutschland“, von konservativem Traditionsbewusstsein und nationalsozialistischem Erneuerungswillen.