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INHALT

Ausgabe April
Heft 04/2002
Leider vergriffen!
Nachkriegsjahre / Deutschland im Mai 1945
Auf den „totalen Krieg" folgte die totale Niederlage – und die bittere Not für die Überlebenden des Zweiten Weltkrieges in Deutschland. Millionen Menschen versuchten in den politischen, gesellschaftlichen und ideellen Trümmern zu überleben, immer auf der Suche nach Nahrung und einem Dach über dem Kopf. Anhand ausgewählter Beispiele aus dem Nachkrie... mehr
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Uwe Sieg
Von der Katastrophe ins Unglück
Deutschland und seine Bevölkerung 1945 bis 1949
Deutschland im Mai 1945: Die Alliierten hatten ein Land besetzt, dessen Bewohner in ihrer großen Mehrheit desorientiert und desillusioniert waren. Diese Beobachtung gilt für sämtliche relevanten Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens. Nicht nur verblendete NS- Parteigänger wählten in dieser Situation den Freitod als Ausweg. Wie aber erging es den Millionen anderen, die sich für die Alternative Weiterleben entschieden? Wie konnten sie überhaupt angesichts des politischen, des ökonomischen, des gesellschaftlichen und – nicht zuletzt – des ideellen Chaos überleben und sich neu organisieren? Welche neuen Wege waren zu beschreiten, welche Entscheidungen zu fällen?
Klaus Fieberg
„Von dem Onkel dürft Ihr nichts annehmen!"
Nachkriegszeit – Karikaturen von Mirko Szewczuk
Mirko Szewczuk gehört zu den bedeutendsten deutschen Karikaturisten und Zeichnern der Nachkriegszeit. Seine gezeichneten Kommentare zum Zeitgeschehen erschienen regelmäßig in Zeitungen wie „Die Zeit" oder „Die Welt", später auch in vielen Karikaturen-Sammlungen. Sie finden sich heute aber kaum in unseren Schulbüchern oder Quellensammlungen. Gerade deshalb sollen an dieser Stelle einige seiner Arbeiten aus den Jahren 1946 bis 1949 präsentiert werden.
Gerd Enzmann
Heimkehr in die Fremde
Die literarische Verarbeitung der Nachkriegszeit
Die literarischen Zeugnisse der Jahre 1945 bis 1949 bieten einzigartige „Zeitzeugenberichte“ auch für den Geschichts- und Deutschunterricht. Autoren und Autorinnen schilderten in dieser Phase des Neuanfangs und der Neuorientierung ihre alltäglichen Probleme und Erlebnisse, ihre
persönlichen Eindrücke und Emotionen. Viele von ihnen, die 1945 einen radikalen Neuanfang wagten,
brachten dies nicht nur inhaltlich, sondern auch durch Satzstruktur, Aufbau und Wortwahl zum Ausdruck. Die Materialien vermitteln den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die Sichtweise und Gefühlswelt der Nachkriegsautoren. Gleichzeitig eröffnet sich ihnen ein faszinierendes
Stück Kultur- und Literaturgeschichte.
Wolfgang Bickel
So ist es uns ergangen – so haben wir’s geschafft
Nachkriegsjahre im Geschichtsunterricht – ein Werkstattbericht
Dass die Geschichte des 20. Jahrhunderts kein Geschichtsstoff ist wie jeder andere, gilt nicht nur für die Dimensionen, die die Ereignisse auszeichnen, von denen die Rede ist, sondern auch für deren Gegenwärtigkeit im allgemeinen Bewusstsein. Dieser Werkstattbericht stellt den Versuch vor, mittels von heutigen Schülern erzählten Familienanekdoten die Nachkriegsjahre in der Mittelstufe zu behandeln.
Eva Maria und Wilhelm Lienert
Mein, Dein oder Unser?
Vertriebene werden einquartiert
Vertreibung bedeutet Verlust. Verlust der Heimat, von Besitz, Wohnung und Hausrat, aber auch Verlust von Geborgenheit und von Vertrautheit. In den Tagesnachrichten sehen wir regelmäßig Bilder von Flüchtlingen aus vielen Regionen dieser Welt, unsere eigene Geschichte hat unseren Eltern und Großeltern vor über 50 Jahren diese Erfahrung gebracht. Dieses Unterrichtsmodell will am Beispiel eines Einzelschicksals den Leidensweg von rund 12 Millionen Deutschen aufzeigen, die nach 1945 gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen.
Klaus Fieberg
„Nazi" oder „Mitläufer"?
Die Entnazifizierung nach 1945 – ein Fragebogen
Dieser Praxis Geschichte-Ausgabe liegt ein vollständiger Faksimile-Nachdruck des berühmt gewordenen Fragebogens „MG/PS/G/9" der Militärregierung in der amerikanischen Besatzungszone bei, der in den ersten Nachkriegsjahren von Millionen von Deutschen ausgefüllt werden musste. Dieses historische Dokument zeugt von dem Versuch einer grundlegenden Säuberung Deutschlands vom Nationalsozialismus, er steht aber auch für das Scheitern eines bürokratisierten Entnazifizierungsverfahrens.
Iris Dürr
Frauenleben nach 1945
Geschlechtsspezifische Nachkriegserfahrungen
Um die Rollen von Männern und Frauen in der heutigen Gesellschaft reflektieren zu können, ist es notwendig, sich mit den Zeitabschnitten in der Geschichte zu beschäftigen, in denen neue Erfahrungen gemacht und neue Verhaltensweisen erprobt wurden. Damit wird der geschichtsdidaktischen Forderung entsprochen,
durch die Beschäftigung mit der Vergangenheit
Identitätsbewusstsein aufzubauen, indem lebensgeschichtlich relevante Erfahrungen in Bezug auf Geschichte problematisiert werden. Diese Intention steht im Mittelpunkt des Unterrichtsvorschlags über Frauenleben nach 1945, der für zwei bis drei Stunden entworfen ist.
Irene Feldmann
„Der Tod des Rattenfängers"
Eine Reise nach Hameln im Juni 1945
Im Mittelpunkt des Unterrichtsvorschlags steht eine Erzählung von Dieter Lattmann, die in ihrer Vielschichtigkeit die Möglichkeit bietet, gleich mehrere Aspekte der unmittelbaren Nachkriegszeit anzusprechen: die Schwierigkeit der Menschen, ihren Alltag in einem verwüsteten Land wiederzufinden und zu organisieren, und die Einordnung der Nachkriegssituation in Deutschland in historische Zusammenhänge.
Eva Maria und Wilhelm Lienert
Tausendfach Einmaliges geleistet
Die Zeit des Wiederaufbaus
„Deutschland zur Stunde Null", ein gern verwendetes Schlagwort, mit dem das Kriegsende gemeint ist, das aber der Lebenswirklichkeit nicht gerecht wird. Dieses Unterrichtsmodell schlägt für die Thematisierung der Nachkriegszeit eine „Lerntheke" vor, die im Gegensatz zum Rollenspiel alle Schülerinnen und Schüler bei der Bearbeitung der Materialien miteinbezieht.
Wolfgang Hammer
Praxis-Aktuell
Krisenbewältigung
Überlegungen zu der ersten Unterrichtsstunde nach einer Katastrophe
Die Terroranschläge in New York und der Amoklauf im Gutenberg-Gymnasium in Erfurt stellten Lehrerinnen und Lehrer vor die schwierige Aufgabe, mit Schülerinnen und Schülern einen Teil des Erschreckens zu bewältigen. Dies geschieht spontan außerhalb von Schule in Familien und mit Freunden. Schule ist ein offizieller Raum, hier können Krisen mit Gleichaltrigen (vielleicht) anders bearbeitet werden als im privaten Kreis. Eine Möglichkeit, die erste Unterrichtsstunde nach einer Katastrophe zu gestalten, schildert dieser Beitrag.
Wolfgang Bickel
Das kanonische Bild
Die Rettung aus der Luft – der „Rosinenbomber"
„Berliner Blockade", „Luftbrücke", „Rosinenbomber", auf drei Begriffe ließe sich der Bericht über das Geschehen reduzieren – und er gewänne an Überzeugungskraft. Es scheint, dass sie noch überboten werden kann durch eine spektakuläre Fotografie von Henry Ries, die sich in (fast) jedem Schulbuch wieder findet und doch nur im Ausschnitt abgebildet wird, auch um die suggestive Wirkung des Bildes zu erhöhen.
Klaus Fieberg
Zeitungen im Geschichtsunterricht
Zeitungen sind historische Quellen und können als solche auf vielfache Weise im Geschichtsunterricht eingesetzt werden. Sie bieten interessante Einblicke in die Politik-, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, die Alltags- und Mentalitätsgeschichte, die Technik-, Medien- und Kommunikationsgeschichte. Nachrichten, Meldungen und Berichte vermitteln Einblicke in historische Situationen, die auf Meinungsbildung abzielenden Formen wie Leitartikel, Kommentar oder Karikatur hingegen zeitgebundene und kontroverse Standpunkte. Für einen an den aktuellen Themen und Problemstellungen orientierten historisch-politischen Unterricht ist eine Arbeit mit aktuellem Zeitungsmaterial unverzichtbar.