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Kranke, Ärzte, Scharlatane
Ist die "moderne Medizin", wie sie sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt hat, ein zeitloses Gebilde, objektiv und unantastbar? Sind alle medizinischen Bestrebungen bis zu diesem Zeitpunkt nur als Vorarbeit der so genannten Schulmedizin zu sehen? Das neue Themenheft von Praxis Geschichte 2/2000 "Kranke – Ärzte – Scharlatane" geht diesen F... mehr
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Cay Prüll, Markus Bernhardt
Kranke, Ärzte, Scharlatane
Entwicklungsstränge der westlichen Medizingeschichte
Dieser Beitrag bietet eine kurze Einführung in die Medizingeschichte, erläutert moderne Zugänge zum
Thema und den didaktischen Nutzen für den Unterricht. Deutlich wird, wie die Medizingeschichte jeden Interessierten um grundsätzliche (historische) Erkenntnisse bereichern kann. Die einzelnen Beiträge dieses Heftes bieten Zugänge zu den verschiedenen Epochen und demonstrieren unterschiedliche Zugriffe auf das Thema.
Jürgen von Troschke
Was bedeutet Krankheit heute?
Die Gesundheit auf dem Weg zur Ersatzreligion
UE Sek II
Friedrich Maier
Der Eid des Hippokrates
Ein moralisches Fundament aus der Antike
Er wird als "heiliger" Text der Menschheit angesehen und ist auch heute noch für alle Ärzte von grundlegender Bedeutung. Der Eid hat seinen Ursprung auf der griechischen Insel Kos, auf der der antike Arzt Hippokrates gelebt haben soll. Orginaltext und Übersetzung des Eides können auch im Lateinunterricht eingesetzt werden.
Ernst Künzl
Aus einer Zeit ohne Aspirin und Narkose
Medizinische Instrumente und Versorgung in der römischen Antike
Starnadeln, Wundhaken, Schröpfköpfe – medizinische Instrumente wurden in der Antike den toten Ärzten mit in ihre Grabstätten hineingelegt. Heute geben uns archäologische Funde Aufschluß über Behandlungsmethoden von vor etwa 2000 Jahren.
Ingeborg Seltmann
"Mitten im Leben sind wir vom Tod umfangen"
Krankheit und Tod im Mittelalter
Der Tod war den Menschen im Mittelalter näher und vertrauter als heute, er war eine Etappe auf dem Weg ins ewige Leben. Auf keinen Fall wollte man ihm unvorbereitet entgegentreten. Wünschen sich heute viele Menschen "sanft zu entschlafen", so erhoffte man sich im Mittelalter genug Zeit, um für seine Sünden um Vergebung zu bitten und um seine Angehörigen um sich zu versammeln.
Friedemann Neuhaus
"Unrein! Unrein!"
Ausgrenzung von Aussätzigen im antiken Judentum und Mittelalter
Lepra bzw. Aussatz galt in der Antike und im Mittelalter nicht nur als eine extrem ansteckende Krankheit. Aufgrund der entsprechenden Aussagen
im Alten Testament, denen zufolge Aussatz ein Zeichen kultischer Unreinheit war, führte sie zum nahezu völligen Ausschluss aus der weltlichen und kirchlichen Gemeinschaft: Infizierte Menschen wurden „ausgesetzt“, aus der Gemeinschaft
ausgesondert. Soziale und kultische Aspekte der Ausgrenzung werden in diesem Beitrag fächerübergreifend vorgestellt.
Gustav Partington
Marktschreier, Zahnbrecher, Theriakhändler
Fahrende Heilkünstler und Arzneiverkäufer in der frühen Neuzeit
In der zeitgenössischen Öffentlichkeit war das Bild der Ärzte und Apotheker geprägt durch umherziehende „Pfuscher“ und „Quacksalber“.
Den Obrigkeiten gelang es trotz umfangreicher
Gesetze nicht, einheitliche Qualitätsstandards in der Medizinalversorgung durchzusetzen, da die
Schulmedizin sich noch nicht gegen die Volksmedizin durchgesetzt hatte. Dieser Beitrag thematisiert den Beruf des Arztes und die Probleme in der Heilbehandlung für die „kleinen Leute“ in der frühen Neuzeit.
Edeltraud Loos
Vom Heilkundigen zum Wissenschaftler
Die Professionalisierung der Ärzte im 19. Jahrhundert in Bayern
Das ausgehende 18. Jahrhundert markiert vor allem aus staatlicher Sicht eine Wende in der Einstellung zur Gesundheit: Medizinaledikte standardisieren die Ausbildung und setzen Qualifikationskriterien fest. Der Professionalisierungsprozess der Ärzteschaft gegenüber den Heilkundigen zieht sich dennoch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hin.
Petra Feuerstein-Herz
Auf Spurensuche
"Kurzer Unterricht von der Pestilentz"
Schülerseminare in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel
Die Pest versetzte in der frühen Neuzeit die Menschen an vielen Ort in Angst und Schrecken. Die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel verfügt über eine große Sammlung an Primärquellen aus dieser Zeit. Regelmäßige Schülerseminare ermöglichen einen Einblick in diese Dokumente. Gleichzeitig lernen die Schüler die Recherchemöglichkeiten einer modernen wissenschaftlichen Bibliothek kennen.
Sigrid Bruckmann
Das hat Geschichte gemacht
Die Pioniere der Pestforschung
Die Forscher waren einem unsichtbaren Mörder auf der Spur, und es dauerte Jahre, bis die vielen internationalen Teams ihn entlarven konnten. Der "schwarze Tod", die Pest, mischte sich seit Jahrhunderten in Form eines winzigen Erregers unter die Menschen, die Folgen dagegen waren von unüberschaubarer Größe.
Barbara Brugger, Klaus Vogel, Christoph Wingender
Geschichte vor Ort
Diskussionsort moderner Menschenbilder
Das Deutsche Hygiene-Museum in Dresden
Das Deutsche Hygiene-Museum steht in enger Verankerung zur Wirkungsgeschichte der medizinischen Aufklärung des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Suche nach Wissen und
Aufklärung körperlicher Geheimnisse steht im Vordergrund. Doch ihr steht in der Zeit des Nationalsozialismus die Gefahr gegenüber, die humanen Werte in ihr Gegenteil zu verkehren.
Heute dokumentiert das Museum auch die Forschung und stellt eine lebensweltliche Rückbindung her.